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CRM Centrum für Reisemedizin
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SPEKTRUM DERMATOLOGIE

Unterwegs im Klimawandel

UV-Strahlung, aktinische Keratosen, Hautkrebs, Diagnostik und neue Therapieansätze

13:00 – 13:10 Begrüßung
Prof. Dr. med. Swen Malte John
13:10 – 13:40 Arbeiten in der Schwerelosigkeit;
Erfahrungen mit aktinischer Keratose

Hans Schlegel
13:40 – 14:10 Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie:
Welche aktinischen Keratosen muss man behandeln?

Prof. Dr. Eggert Stockfleth
14:10 – 14:40 Zeitgemäßes Praxismanagement:
Erkennung, Meldung und Behandlung beruflicher Lichtschäden.
Möglichkeiten der Versorgung nach der UV GOÄ

Prof. Dr. med. Swen Malte John
14:40 – 15:40 Pause und Meet the Expert:
Fallstricke der Lasertherapie von aktinischen Keratosen, einschließlich der Nachbehandlung. Neue S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut

Prof. Dr. med. Jens Malte Baron
Bepanthen
15:40 – 16:10 Fallbeispiele & Differentialdiagnostik bei Reiserückkehrern
Prof. Dr. med. Tomas Jelinek
16:10 – 16:40 Hautkrebs-Inzidenz im Klimawandel und private UV-Exposition:
Was sagen neueste dosimetrische Messungen?

PD Dr. Marc Wittlich
16:40 – 17:10 Warum sinkt die Hautkrebs-Inzidenz weltweit nur in Australien?
Was können wir lernen – Optionen für Prävention

Paneldiskussion mit allen Referenten
17:10 – 18:00 Get together*
18:00 – 19:00 Rundfahrt Airport by Night*

* Nur bei Präsenzteilnahme

Seminarleitung

Prof. Dr. med. Swen Malte John
Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm)

Referenten

Prof. Dr. med. Swen Malte John
Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm)

Hans Schlegel
ESA Astronaut a.D.

Prof. Dr. Eggert Stockfleth
Direktor Dermatologie, Venerologie und Allergologie – Universitätsklinikum Bochum

Prof. Dr. med. Tomas Jelinek
Wissenschaftlicher Leiter CRM Centrum für Reisemedizin GmbH, Düsseldorf

PD Dr. Marc Wittlich
Abteilungsleiter „Unfallprävention: Digitalisierung – Technologien“ Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Prof. Dr. med. Jens Malte Baron
Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Lasermedizin der Uniklinik RWTH Aachen


Referenten

Lebenslauf

  • Studium der Medizin in Marburg, London und Bonn (1978-83), Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und des DAAD
  • Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Univ. Hautklinik Münster, Prof. E. Macher und Prof. Th. Luger, Allergologie (1990), Umweltmedizin (1997), Berufsdermatologie
  • seit 1. 5. 1990 Akademischer Oberrat und Oberarzt in der Abteilung Dermatologie, Univ. Osnabrück
  • Leiter der Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin, Gesundheitstheorie (zunächst kommissarisch), Univ. Osnabrück
  • seit 1.5.2008 W3-Professur für Berufsdermatologie an der Universität Osnabrück

Lebenslauf

  • 1992 University Medical Center Hamburg-Eppendorf, Clinic of Dermatology and Venereology
  • 1993 Full approbation as physician
  • 1992-1994 German Cancer Research Center Heidelberg
  • 1995 Medical Doctor “magna cum laude”
  • 1994-1996 Loyola University of Chicago
  • 1996-2001 Christian-Albrecht University of Kiel, Clinic of Dermatology
  • 1999 Specialist in Dermatology and Venereology
  • 2000 Specialist in Allergology
  • 2001 Habilitation and venia legend
  • 2002 C3 professorship for Immunodermatology and Oncology, Charité University-Universitätsmedizin Berlin
  • 2003-2008 Chief executive attendant, Clinic for Dermatology, Venerology and Allergology, Charité, Berlin
  • 2004 special skills: irradiation therapy in Dermatology
  • 2004-2014 Head of Skin Cancer Center of Charité, Berlin
  • 2008-2014 Deputy Director of the Clinic for Dermatology, Venerology and Allergology, Charité, Berlin
  • 2009 Designation Medical quality management
  • 2007-2014 Member of the Medical Faculty, Charité-Universitätsmedizin, Berlin
  • 2011-2014 Member of the Charité Science Board
  • 2014-2015 President of Berlin Dermatology Society
  • seit 2014 W3 / full professorship, Clinic for Dermatology, Venereology and Allergology

Lebenslauf

    Am 26. April 1993 startete Hans Schlegel im Rahmen der zweiten deutschen Spacelab-Mission (D-2) als sechster deutscher Astronaut in den Weltraum. Mit an Bord waren neben dem Deutschen Ulrich Walter noch fünf amerikanische Astronauten. Die multidisziplinäre Mission umfasste 88 Experimente auf den Gebieten Material- und Lebenswissenschaften, Technologie, Automatisierung, Robotik sowie Erd- und Weltraumbeobachtung. Insgesamt hatten elf Nationen Anteil an den durchgeführten Experimenten.

    Hans Schlegel wurde am 3. August 1951 in Überlingen am Bodensee geboren. Nach dem Abitur 1970 leistete er einen zweijährigen Wehrdienst bei der Bundeswehr ab, wo er zum Fallschirmjäger ausgebildet wurde. Im Anschluss studierte er Physik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und schloss 1979 mit dem Diplom ab. Auch seine ersten beruflichen Schritte machte Schlegel an der RWTH, wo er als wissenschaftlicher Angestellter mit der Fachrichtung experimentelle Festkörperphysik tätig war. Von 1986 bis 1988 arbeitete er als Verfahrensspezialist für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung in der Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung der Firma 'Institut Dr. Friedrich Förster GmbH & Co. KG' in Reutlingen.

    1988 begann Schlegel seine Ausbildung zum Wissenschaftsastronauten beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Schlegel blickt unter anderem auf etwa 1300 geflogene Parabeln an Bord einer KC-135 zurück, während derer er zahlreiche Experimente durchführte. Schlegels Ernennung zum Nutzlastspezialisten für die D2-Mission erfolgte 1990. Seine Ausbildung an wissenschaftlichen Experimenten und an dem US Spaceshuttle fand sowohl im DLR in Köln als auch im Johnson Space Center (JSC) in Houston, Texas, statt.

    Im Herbst 1994 entsandte ihn das DLR für drei Jahre zum Kosmonauten Training ins Sternenstädtchen nach Moskau. Schlegel wurde Mitglied der Ersatzmannschaft für die Deutsch Russische MIR 97 Mission bei der der Deutsche Kosmonaut Reinhold Ewald zusammen mit zwei russischen Kosmonauten 20 Tage auf der russischen Raumstation MIR wissenschaftliche Experimente durchführte. Schlegel übernahm während dieser Mission die Boden-Board Kommunikation für die wissenschaftlichen Experimente.

    1998, fünf Jahre nach seinem ersten Weltraumflug, wurde Schlegel ins Europäische Astronautenkorps der ESA aufgenommen und im JSC in Houston, Texas zum Missionsspezialisten mit dem NASA-Astronautenjahrgang ausgebildet. Sein erster Flug sollte nicht sein letzter gewesen sein: 15 Jahre nach seiner ersten Mission flog Schlegel, mittlerweile leitender ESA-Astronaut im Johnson Space Center, am 7. Februar 2008 erneut ins All. Zuvor hatte er zusammen mit seiner siebenköpfigen Shuttle Mannschaft ein knapp zweijähriges Missionsspezifisches Training absolviert, um optimal für diesen Einsatz vorbereitet zu sein. Dazu gehörte auch ein umfassendes EVA (Extra Vehicular Activity = Weltraumspaziergang) Training. Ziel der Mission STS-122 war es, das ESA-Wissenschaftslabor Columbus an der Internationalen Raumstation ISS zu montieren. Dazu unternahm Schlegel eine 7-stuendige EVA. Columbus ist mit einer mittlerweile geplanten Lebenszeit von sechzehn Jahren das erste europäische Raumlabor für die Langzeitforschung unter Weltraumbedingungen. Transportiert wurde Columbus mit dem Space Shuttle Atlantis.


Lebenslauf

  • Promotion: 09.06.1997 „ Molekularbiologische Untersuchungen zum Vorkommen von p53-Mutationen und viraler HPV16-verwandter DNA in epithelialen Tumoren“Note: „Mit Auszeichnung“
  • DFG-Postdoktorandenprogramm: 01.02.1998-31.01.2000 Biomedical Research Centre der Universität von Dundee, UK: Evaluation der pharmako-toxikologischen Bedeutung extrahepatischer Cytochrom P450 Isoenzyme mittels heterologer Expressionssysteme
  • Facharztprüfung: 12.12.2001 (Haut- und Geschlechtskrankheiten)
  • ltd. Oberarzt: Hautklinik, UK Aachen seit 01.12.2004
  • stellv. Direktor: Hautklinik, UK Aachen seit 01.02.2005
  • Kommissarischer Direktor: Hautklinik, UK Aachen Frühjahr 2015 und Februar 2016 bis Oktober 2018
  • Zusatzbezeichnungen 01.05.2003 Allergologie; 14.06.2007 Medikamentöse Tumortherapie; 28.9.2013 Ästhetische Lasermedizin (D.A.L.M.)
  • Weiterbildungsberechtigungen seit 2014 für die Zusatzbezeichnung „Allergologie“ (fachübergreifend); seit 2016 „Dermatologie und Venerologie“ (60 Monate)
  • Habilitation 10.09.2002 „Funktion und Interaktion von polyspezifischen membranständigen Transportproteinen und Cytochrom P450 Enzymen und ihre Expression und Regulation in Zellen der menschlichen Haut“
  • apl. Professur der RWTH Aachen, Vertretung der W3 Professur Dermatologie und Venerologie im WS 2015/16 bis WS 2018/19
  • seit 2014 Dozentur im Weiterbildungsstudiengang für ästhetische Lasermedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Lebenslauf

  • 1993-1995 Arzt im Praktikum an der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Universität München
  • 1993 Promotion: Virale Hepatitis C: Ergebnisse mit der ersten Generation diagnostischer Tests; Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt/Main
  • 1995-2000 Assistenzarzt an der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Universität München
  • 2000-2003 Funktionsoberarzt der Ambulanz an der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Medizinische Klinik, Klinikum Innenstadt, Universität München
  • 2003-2006 Stellvertretender Leiter am Institut für Tropenmedizin, Berlin
  • 2001 Fachgebietsbezeichnung Innere Medizin
  • 2001 Zusatzbezeichnung Tropenmedizin
  • 2001 Habilitation: Medikamentenresistenz bei Malaria tropica: Assoziation zu Punktmutationen und populationsgenetischen Faktoren bei Plasmodium falciparumLudwig-Maximilians-Universität München;
  • 2006 Zusatzbezeichnung Infektiologie
  • 2006-2011 Flughafenarzt Berlin
  • 2004-2018 Vertragsarzt am Bundeswehrkrankenhaus Berlin (Consiliarius Tropenmedizin)
  • Seit 2006 Medizinischer Direktor des BCRT - Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin
  • Seit 2007 Wissenschaftlicher Leiter des CRM – Centrum für Reisemedizin Düsseldorf
  • Professionelle Auslandserfahrung in Äthiopien, China, Brasilien, England, Indien, Kenia, Laos, Malaysia, Malawi, Portugal, Südafrika, Uganda, USA

Lebenslauf

  • Priv.-Doz. Dr. rer. nat. habil. Marc Wittlich, Dipl.-Phys., geboren 1975, verheiratet, vier Kinder.
  • Physikstudium an der Universität Bonn (Diplom 2002)
  • anschließend Promotion am Forschungszentrum Jülich und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Biophysik (2007)
  • berufsbegleitende Habilitation an der Universität Osnabrück in Gesundheitswissenschaften (2020, facultas docendi).
  • Seit 2009 - Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Sankt Augustin
  • Aktuell - Leitung der Abteilung "Unfallprävention: Digitalisierung - Technologien"
  • Nationalen Aktivitäten im Ausschuss für Betriebssicherheit beim BMAS und anderen Gremien
  • Tätigkeit in einer Reihe von internationalen Gremien
  • Benennung als WHO-Experte im Radiation Programm und im Intersun-Programm
  • Chair des Scientific Committee Radiation and Work für die ICOH (International Commission on Occupational Health)
  • Vizepräsident der Sektion Maschinen- und Systemsicherheit, sowie Generalsekretär der Sektion Forschung der IVSS (Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit)

Vorträge

Inhaltsübersicht

Beschreibung folgt

Referent: Hans Schlegel

Inhaltsübersicht

Aktinische Keratosen sind sonnengeschädigte Hautareale, die vor allem an sonnenexponierten Körperstellen zu finden sind, insbesondere an Handrücken und Unterarmen, im Gesicht und an den Ohren sowie an der Kopfhaut bei kahl werdenden Männern.(14, 15) Da die Exposition gegenüber UV-Licht für das Auftreten aktinischer Keratosen ursächlich ist, wird die Krankheit auch als Berufskrankheit anerkannt.

Die Prävalenz aktinischer Keratosen hängt von der natürlichen Sonneneinstrahlung in der jeweiligen Region ab und liegt zwischen 6 % und 25 %. Die Prävalenz aktinischer Keratosen liegt in der europäischen Bevölkerung über 40 Jahren bei 6-15 % und in den USA bei 11-26 % (wobei aktinische Keratosen dort die zweithäufigste dermatologische Diagnose darstellen). Auf der Grundlage von Daten der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland (2014) wurde die Prävalenz von AK in allen Altersgruppen auf 2,7 % berechnet und zeigte einen Anstieg mit dem Alter (11,5 % bei den 60-70-Jährigen). Männer waren häufiger betroffen als Frauen (3,9 % vs. 1,5 %).

Kürzlich berichtete Daten über das Risiko einer Progression zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom (SCC) lagen zwischen 0 % und 0,53 % pro AK-Läsion und Jahr.(17-19) Aufgrund des inhärenten Risikos einer Progression zu einem invasiven SCC und des Fehlens von Prognoseinstrumenten zur Bestimmung von Läsionen mit Progressionsrisiko wird eine angemessene Behandlung der AK-Läsionen oder des betroffenen Bereichs dringend empfohlen.

Die jüngste deutsche S3-Leitlinie zu aktinischen Keratosen und Plattenepithelkarzinomen (17, 20-22) unterscheidet prinzipiell zwischen läsionsgerichteten Therapien und bereichsgerichteten Therapien (Feldkanzerisierung). Darüber hinaus stehen neben chirurgischen auch physikalische, chemische und immunmodulatorische Verfahren zur Verfügung.(23) Für die feldgerichtete Behandlung spricht, dass das Feld der aktinischen Keratosen sowohl sichtbare Läsionen als auch subklinische Läsionen umfasst.

Aus pathogenetischer Sicht zielen alle topischen feldgerichteten Therapieoptionen zur Behandlung der aktinischen Keratose darauf ab, die beschleunigte Zellteilung der Keratozyten abzuschwächen, ihre Umwandlung in bösartigere Tumorzellen zu verhindern oder den Zelltod bereits vorhandener Tumorzellen herbeizuführen.

Referent: Prof. Dr. Eggert Stockfleth

Inhaltsübersicht

Seit dem 1. Januar 2015 sind „Multiple aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome durch solare UV-Strahlung“ als Berufskrankheit bei Außenbeschäftigten anerkannt (Berufskrankheit Nummer 5103 entsprechend der Anlage zur Berufskrankheitenverordnung [BKV]). Seither wachsen die Zahlen der Verdachtsmeldungen stetig und sind zurzeit bei 10.000 neuen Meldungen pro Jahr, überwiegend werden dabei multiple aktinische Keratosen als Grund für die Anerkennung einer Berufskrankheit nach BK-Nummer 5103 gemeldet (Anerkennungsquote > 60%). Beruflicher Hautkrebs bei langjährig sonnenexponierten Außenbeschäftigten ist damit bereits zur dritthäufigsten anerkannten Berufskrankheit in der Bundesrepublik geworden.

Es ist aber auch klar, dass es immer noch eine beträchtliche Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle gibt. Jüngere Studien zeigen, dass zum Beispiel von in Kliniken vorstellig gewordenen Patienten mit aktinischen Keratosen oder Plattenepithelkarzinomen und beruflicher UV Exposition in der Anamnese nur etwa 40 % an die Gesetzliche Unfallversicherung (GUV) gemeldet waren. Alle Ärzte, einschließlich der Hausärzte, sind gesetzlich verpflichtet, entsprechende Fälle von aktinischen Keratosen oder Plattenepithelkarzinom mit einem beruflichen Hintergrund einer Sonnenexposition zu melden; schließlich kann der Patient nur so seine Ansprüche an die gesetzliche Unfallversicherung umsetzen. Dies gilt selbstverständlich auch für bereits berentete Patienten! Eine Ärztin/Arzt wird erst durch die Meldung Sachwalter/in der Interessen der Patienten; zugleich handelt es sich aber auch um aktives Praxismanagement, wenn Patienten auf die Weise zu einer ihnen gesetzlich zustehenden Verletztenrente aufgrund einer schweren beru flichen aktinischen Schädigung verholfen wird. Rentenleistungen durch die Unfallversicherung werden auch bis zu vier Jahren rückwirkend gezahlt und nicht auf bestehende Altersrenten angerechnet. Ferner stehen bei anerkannter Berufskrankheit BK 5103 Dermatologen ganz andere Möglichkeiten der Therapie zulasten der GUV (einschließlich Lasertherapie aktinischer Keratosen) offen, als im Bereich der Versorgung durch die GKV. Für die GUV, die für alle medizinischen und präventiven Maßnahmen bei beruflichen Erkrankungen zuständig ist, gibt es entsprechend eine eigene Gebührenordnung, die UVGOÄ. In dieser UVGOÄ ist die Lasertherapie aktinischer Keratosen, anders als in anderen Gebührenordnungen, mit einer eigenen Gebührenziffer verankert. Darüber hinaus ist auch die leitliniengerechte Nachbehandlung nach Lasertherapie mit Dexpanthenol-haltigen Externa zur beschleunigten Wundheilung möglich, ohne dass für den Patienten dabei Kosten entstehen (zum Beispiel keine Rezeptgebühren). Analoges gilt für die Verordnung v on Lichtschutzpräparaten; auch diese ist zulasten der gesetzlichen Unfallversicherung kostenfrei möglich. Ebenfalls ist in der UVGOÄ die Photodynamische Therapie (PDT) abgebildet, die zum Beispiel nicht im Rahmen der Versorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden kann.

Durch die kürzlich eingeführte arbeitsmedizinischen Angebotsvorsorge sind derzeit 7 Millionen UV-exponierte Außenbeschäftigte vorsorgeberechtigt; entsprechend sollten demnächst zunehmend chronisch lichtgeschädigte Beschäftigte bei Dermatologen vorstellig werden. Entsprechend widmen unsere aktuellen S3-Leitlinien „Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut“ (2020) und „Prävention von Hautkrebs“ (2021) beruflichen Lichtschäden breiten Raum. Für die umfassende Prävention und Versorgung betroffener Patienten sind sie ebenso wie S2k Leitlinie „LASER-Therapie der Haut“ eine profunde Basis für ein zeitgemäßes Praxismanagement.

Referent: Prof. Dr. med. Swen Malte John

Inhaltsübersicht

Die aktuelle S2k-Leitlinie „Lasertherapie der Haut“ (AWMF Registernr.013-095) empfiehlt den Einsatz eines 2.940nm-Er:YAG-Lasers (ablativ) und insbesondere den des 10.600nm-CO2-Lasers (flächig gescannt) zur Behandlung von aktinischen Keratosen Grad I-III nach Olsen. Für die flächig nicht-infiltrativen Varianten des nicht-melanozytären Hautkrebses (aktinische Keratosen (AK) / Feldkanzerisierung) ist laut Leitlinie der operative Ansatz oft nicht sinnvoll und bei sehr großen Flächen ggf. auch nicht möglich.

Neben der Applikation von flüssigem Stickstoff oder von Topika empfiehlt sich die photodynamische Therapie (PDT) als selektives Verfahren auch bei flächigen Ausprägungen geringer Dicke. Bei Nutzung des Laser-assisted drug delivery erreicht die sog. Laser assisted PDT bessere Abheilungsraten und längere Rezidivfreiheit. Laut publizierter Evidenz ist die Effizienz bei Verwendung eines leistungsfähigen CO2-Lasers am höchsten, da bei hoher Penetration eine moderate Koagulationszone die Anreicherung und Speicherung von die 5-Aminolävulinsäure (ALA) mit konsekutiver dermaler Distribution sichert. Flächige Strahlquellen, die das Tageslicht simulieren erlauben bei relativer Schmerzarmut die Therapie bis ca. 600cm2 in einer Sitzung unter Erhalt einer moderaten Schmerzhaftigkeit.

Referent: Prof. Dr. Jens Malte Baron

Inhaltsübersicht

Beschreibung folgt.

Referent: Prof. Dr. med. Tomas Jelinek

Inhaltsübersicht

Sobald wir uns im Freien bewegen, sind wir gegenüber der UV-Strahlung der Sonne exponiert. Unserer Haut ist es dabei egal, ob dies während der Freizeit oder der Arbeitszeit passiert, man zahlt auf das UV-Konto der Haut ein. Dieses kann bekanntlich nicht gelöscht werden, daher ist Schutz notwendig, um weitreichenden Erkrankungen vorzubeugen – ein ganzheitlicher Präventionsansatz muss gefunden werden.

Beschäftigte sind während ihrer beruflichen Tätigkeiten der UV-Strahlung oftmals stark ausgesetzt. Sie sind besonders gefährdet, Langzeitfolgen wie Hautkrebs zu erleiden. Der Zusammenhang zwischen starker beruflicher Exposition und dem Auftreten einiger Hautkrebsformen wurde wissenschaftlich bewiesen. Aber auch die Freizeitexposition ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ein Ziel der GENESIS-UV-Projekte war es, Messungen an heutigen Berufsbildern und bei Freizeitaktivitäten durchzuführen und die gewonnenen Ergebnisse als Goldstandard festzulegen. Dosimetrische Messungen, die in der Literatur zu finden sind, haben oft Lücken oder Schwächen und geben nicht die Diversität in der Berufs- und Lebenswelt wieder.

Nicht vernachlässigt werden darf der globale und der klimatische Einfluss auf die Exposition. Veränderte Umweltbedingungen ziehen auch zumeist höhere Expositionen nach sich. Die hängt nicht ausschließlich mit dem Zustand der Ozonschicht zusammen, sondern auch – für viele vielleicht überraschend – auch mit der Zusammensetzung der Luft: Höhere Konzentrationen von Aerosolen führen zu höherer UV-Bestrahlung wegen der höheren Rückreflexion und Streuung.

Unsere Feldmessungen sind komplex und werden durch viele Faktoren beeinflusst. Um die UV-Bestrahlung von Personen statistisch genau erfassen zu können, war die Entwicklung eines Messsystems notwendig, das einfach durchzuführende Langzeitmessungen erlaubt. Mit GENESIS-UV haben wir 1500 aktive Probanden über jeweils 7 Monate begleitet und mehrere Milliarden Datensätze ermitteln können. Es konnten viele Berufe identifiziert werden, die mit hoher Exposition verbunden sind, dabei bekannte und auch überraschende Berufe. Aktivitäten in der Freizeit zeigen ein ähnlich überraschendes Bild, wenngleich weniger relevant ist, was man tut, sondern wie lange man diese Aktivität ausführt.

Referent: PD Dr. Marc Wittlich


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0211 / 904 29 – 98